In einem völlig überraschenden move acht Tage vor ihrem ersten Spiel der Saison haben die New England Patriots am Sonntag defensive end Richard Seymour für einen 1st-round pick bei der draft 2011 zu den Oakland Raiders getraded. Seymour war Teil einer der besten defensive lines der NFL (zusammen mit NT Vince Wilmfork und DE Ty Warren) und respektierter leader bei den Patriots, wurde 5 mal in den Pro Bowl gewählt und war einer der wenigen übriggebliebenen, die alle Super Bowls seit 2001 in New England mitgemacht haben. (2001, 2003, 2004, 2007)

Gegenüber 2008 haben die Patriots jetzt 5 Stammspieler auf der defensiven Seite verloren – ILB Tedy Bruschi (Karriereende), OLB Mike Vrabel (getraded zu den Kansas City Chiefs), CB Ellis Hobbs (getraded zu den Philadelphia Eagles) und safety Rodney Harrison. (Karriereende)

Als Ersatz für Seymour stehen die langjährigen back-ups Jarvis Green und Mike Wright bereit. Außerdem sahen die beiden rookies Ron Brace und Myron Pryor in der Vorbereitung ziemlich gut aus.

So schockierend die Nachricht für Patriots-Fans auf den ersten Blick sein mag – zumindest mittelfristig geht New England aus diesem Tausch als Sieger hervor. Seymour wird im Oktober 30 und sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus (genau wie der von Wilfork, und beide hätten die Pats wohl nicht halten können); auf der anderen Seite haben die Raiders in den letzten sechs Jahren immer einen top-ten-pick gehabt (7., 4., 1., 7., 7., 2.) und werden aller Voraussicht nach auch nächstes Jahr eines der schlechtesten Teams bleiben. Anstatt also Seymour ohne Gegenleistung am Ende der Saison als free agent ziehen zu lassen, bekommen coach Bill Belichick und die Patriots einen der allerersten picks in der übernächsten draft.

Kurzfristig sieht es allerdings nicht so rosig aus. Green und Wright haben zwar einige Erfahrung als back-ups in der Patriots defense, aber die Klasse von Seymour haben sie fraglos nicht. Mit den Verlusten von Harrison, Vrabel, Bruschi, Hobbs und jetzt Seymour kriegt die defense ein ganz neues Gesicht und es muß sich erst noch zeigen, ob Belichick und defensive coordinator Dean Pees in diesem Jahr eine Verteidigung zusammenstellen können, die championship Kaliber hat.