Zuerst müssen wir Kurt Warner um Entschuldigung bitten. Letzte Woche haben wir nach seiner Leistung gegen die 49ers hier böse über ihn vom Leder gezogen. Am Sonntag hat er neuen Rekord für die höchste completion percentage in einem Spiel aufgestellt – 24 von 26 Paßversuchen kamen an, 92,3%. Respekt. Arizona gewinnt gegen Jacksonville 31-17.

Mittlerweile sind wir aber der festen Überzeugung, daß San Francisco ein richtig gutes Football Team hat. Mike „I want winners“ Singletary hat aus diesem mittelmäßigen Haufen tatsächlich eine Mannschaft mit winner-Mentalität geformt. Die Niners hatten das schwere Los gezogen, in den ersten zwei Wochen gegen die beiden einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten um die Krone in der NFC West spielen zu müssen. Und sie haben die Cards und jetzt die Seahawks niedergerungen – 23-10. (übrigens wie von uns prognostiziert). Frank Gore erlief sich 206 yards und 2 lange touchdowns (über 79 und 80 yards) bei nur 16 Versuchen.

Die Giants sind auch mit 2 Siegen gegen Rivalen aus der eigenen division gestartet. (Washington und jetzt gegen Dallas). Aber liebe Giants, ihr wißt doch genauso gut wie ich und die gesamte Footballwelt außerhalb von Dallas, daß Tony Romo kein guter quarterback ist. Warum verteidigt ihr dann nur ihn und nicht das three-headed-monster Barber, Jones und Choice? Völlig unverständlich, was die New York Football Giants für Schwächen gegen den Lauf gezeigt haben. Liebe Giants, ihr habt doch die tiefste D-Line der Liga und fähige Linebacker mit Antonio Pierce als Anführer, wie könnt ihr da gegen die Cowboys 251 rushing yards zulassen? Ich weiß nicht, ob es irgendwas mit dem neuen defensive coordinator zu tun hat; aber ihr solltet die Mängel schnellstens erkennen und abstellen, sonst werdet ihr in der starken NFC East noch einige male furchtbar in die Mangel genommen. New York hat das Spiel letzlich noch gewonnen mit 33-31, denn die Cowboys sind einfach kein gutes Football Team. (Und wegen der Ballverluste, s.u.)

Furchtbar in die Mangel genommen wurden auch die Philadelphia Eagles, die sich – auch mit neuem defensive coordinator – 48 Punkte von den New Orleans Saints einschenken ließen. Die Saints mit ihrer lustigen high-school-offense nehmen Team um Team regelrecht auseinander. Drew Brees nach zwei Wochen: 51/68, 75,0%, 669yds, 9,84yds/att, 9 TDs, 2 INTs, rating: 132,9. Wenn das so weitergeht, bricht er jeden Rekord.

Ebenfalls einen neuen DC haben die Tennessee Titans und die haben sich erstens 34 Punkte von den Texans (der Texans-Angriff, der letzte Woche gegen die Jets genau 0 Punkte gemacht hat) eintüten lassen und zweitens mit schlechtem play-calling im vierten Viertel nun schon das zweite Spiel verloren. Matt Schaub und Andre Johnson haben nach der kläglichen performance in Woche 1 gezeigt, warum die Texans letztes Jahr den drittbesten Angriff hatten. 34-31 Houston.

Jim Schwartz, ebenjener ehemalige Chef der Titans Verteidigung, ist jetzt der head coach der Detroit Lions. Und die haben am Wochenende den Minnesota Vikings einen kleinen Schrecken eingejagt, als sie mit 10-0 in Führung gegangen sind. Dann haben die Vikes aber gemerkt, daß es ja nur die Lions sind und haben 27-13 gewonnen.

Und nun wieder zur Kategorie You can not turn the ball over and win the game. That just does not happen! Oben schon angesprochen: Tony Romo und die Cowboys. 3 interceptions und 1 verlorener fumble – natürlich verliert Dallas.

Green Bay hat ein großes Problem mit der offensive Linie. Wenn LT Chad Clifton länger ausfällt, kann Aaron Rodgers seine Beine jetzt schon mal in die Hand nehmen. Im Spiel gegen die Bengals hat ein Typ namens Antwan Odom oder so ähnlich 5 mal Rodgers gesackt. Carson Palmer hat jetzt auch endlich mal wieder gezeigt, was in seinem wiedergenesen Arm steckt. 31-24 Bengals.

Und jetzt noch zu euch, liebe Pittsburgh Steelers. Seit ungefähr Mitte der letzten Saison erzählt euch jeder, daß ihr ganz unbedingt bessere Leistungen eurer offensive line braucht und verdammt nochmal braucht ihr wieder ein verünftiges running game. Chuck Knoll dreht sich im Grabe um, wenn er euren Angriff sieht. Die Verteidigung ist so gut wie seit den 70ern nicht mehr. Aber die offense, oh, oh. Die Steelers offense hat weniger Punkte gemacht als der Bears-Angriff mit Jay Cutler und ohne WR. 13-14. Fairerweise muß man sagen, daß es auch so noch gereicht hätte, wenn nicht K Jeff Reed im vierten Viertel zwei Field Goals vergeben hätte. (38 und 43yds)

Noch schlechter als der Angriff der Steelers ist allerdings die offense der Raiders. Der nr. 1 overall 1 pick 2007, JaMarcus Russell: 7 vollständige Pässe bei 24 Versuchen. der starting QB bringt sieben (7!) Pässe an den Mann – und: Oakland gewinnt! In Woche 1 war Russell übrigens 12 von 30. Die Chiefs erzielten 409 yards an Raumgewinn, die Raiders nur 166. Aber am Ende stand für alle überraschend 13-10-Oakland auf der Anzeigetafel. Wie kam´s? Kansas City hat ungefähr alles falsch gemacht, was man falsch machen kann: penalties in den unmöglichsten Momenten, turnovers, schlechtes play-calling und clock-management, dazu haufenweise individuelle Fehler. Aber die gute Seite für die Chiefs ist: wenn sie nur die Hälfte der Fehler abstellen können, können sie ein richtig gutes Football-Team sein. Im ersten Saisonspiel hatten sie das schon angedeutet, als sie mehr als 3 Viertel lang mit den Baltimore Ravens mithalten konnten. Die Ravens, die jetzt von den meisten Experten als ein großer Favorit auf den Super-Bowl-spot der AFC gesehen werden.

Im Topspiel der Woche waren die Raben denn auch dabei – sie besuchten in San Diego die Chargers. Zwei sehr gute Mannschaften, die ohne Probleme in die playoffs kommen sollten. Aber beide Mannschaften haben auch überraschende Schwächen gezeigt: Baltimores defense hat zwar den letzten spielentscheidenden drive der Chargers noch rechtzeitig gestoppt, aber bis dahin hatten sie schon 474 yards und 26 Punkte zugelassen. Philipp Rivers hatte von diesen 474 yards 436 durch die Luft erworfen und das überraschende bei den Chargers war, daß Rivers diesesmal nicht das Spiel mit dem letzten drive gewonnen hat. Rivers ist 26 und daß man sich wundert, daß er einmal nicht seine Mannschaft in den letzten 2 Minuten übers Feld und zum Sieg führt, sagt eigentlich schon alles über seine Klasse aus.

herausragend:

– Giants S Kenny Phillips: 2 INT, weil er immer richtig steht und weiß, wo er sein muß; update: Phillips hat eine schwere Knieverletzung und fällt die gesamte Saison aus. Schwerer Schlag für die Giants.
– Giants WR Mario Manningham 10rec/150yds 1TD und Steve Smith 10rec/134yds 1TD
– Jets CB Darrelle Revis – exzellente coverage, Moss: 4rec, 24yds – in Woche 1 hatte Moss 12/141; in Woche eins hatte A Johnson 4/32, in Woche 2 10/149 ;er ist in einer Klasse mit Nnamdi Asamougah und Champ Bailey
– Titans RB Chris Johnson 16rush/197yds 2 TDs
– Bengals DE Antwan Odom: 5 sacks, 2 tackles for loss
– San Fran RB Frank Gore 16rush, 206yds, 2 TDs