New Jersey Nets

Mögliche Starting Five:

1. Devin Harris

2. Courtney Lee

3. Terence Williams

4. Yi Jianlian

5. Brook Lopez

Von der Bank kommen u.a. Rafer Alston – Chris Douglas-Roberts – Bobby Simmons – Eduardo Najera – Josh Boone – Sean Williams – Tony Battie.

Im letzten Artikel über die Sacramento Kings hatte ich behauptet dass die Position des PG und des C die wichtigsten im Basketball seien. Und wenn man sich die Starting Five der Nets anschiet, sieht man dort 3 künftige All-Stars spielen.
Als Guard für die Nets startet Devin Harris, den ich absichtlich nicht als Point Guard bezeichnen möchte, sondern wie man so schön sagt a „shooting guard in a point guards body“. Dennoch hat sich Mr. Harris in die Elite der Guards ligaweit gespielt, wenn nun noch ein wenig mehr Spielfluss-Kontrolle und eine bessere 3er-Quote dazukommen, dann All-Star. Als Back-up hat man hier den wohl sehr unglücklichen, da von Orlando getradeten, Rafer „skip to my lou“ Alston, der aber ebenfalls in den eben genannten 2 Bereichen so seine Schwächen hat. Wenigstens reißt dann bei Auswechslungen nicht der Spielfaden. Evtl. spielen beide auch zusammen, was aber meines Erachtens nicht von Erfolg gekrönt sein dürfte. Im Ernstfall hat man mit Keyon Dooling einen mehr als soliden Back-up, obwohl sich hier die Frage stellt, wie man alle mit Spielzeit versorgen möchte. Overtimes?
Auf der Position des Shooting Guards konnte man im „Air Canada“-Trade Courtney Lee verpflichten, der hier auf Jahre für Freude sorgen dürfte, sodenn er sich von den Finals erholt hat. Als Ersatz hat man CDR, der immer noch auf Kinnhöhe dribbelt, aber den hochgepriesenen „Chip on his shoulder“ hat, da er vor bei der vorletzten Draft nur an 40. Stelle gedraftet wurde. Hoffentlich wiegt dieser nicht zu schwer.
Auf der 3 könnte nahezu jeder von Bobby Simmons über Terence Williams über Trenton Hassel und Jarvis Hayes bis zu Eduardo Najera starten oder spielen. Wenn man aus allen Spielern EINEN formen könnte, dann wäre New Jersey hier Top besetzt. So hat man nur Masse. Die langfristigen Hoffnungen ruhen auf Mr. Williams, der aber manchmal das Zeug für Triple Doubles hat und manchmal auch einfach nicht zum Spiel erscheint, metaphorisch gesprochen. Bei Bobby Simmons wartet man seit seiner MIP-Saison 2004-05, die mit einem fetten Vertrag gesegnet wurde, das eben dieser nun ausläuft. Stichwort „Trade-Chip“. Ich denke mal Mr. Hayes wird hier aufgrund seiner „veteran-abilities“ zu Saisonbeginn starten, was dann passiert? Wer weiß.
Die große Schwachstelle ist die Position des Power Forwards. Hier könnte man mit Mr. Yi spielen, der ebenfalls das Zeug zum All-Star hat. Aber nur weil Ming verletzt ist und die Chinesen ja irgendeinen reinwählen müssen/wollen/können. Diese Option ergibt bestenfalls Sinn, falls man mal einen braucht der ordentlich von draußen draufhält, was aber bei „Seven-Footern“ nicht so gern gesehen ist, es sei denn sie heißen Dirk mit Vornamen. Ansonsten hat man noch Señor Najera, der zwar 130% Hustle am Start hat und natürlich 6 Fouls, aber irgendwie schon ne gefühlte Ewigkeit in NBA ist. Wogegen ich nichts hab, aber das Spiel wird nicht langsamer, Eduardo schon.
Als Starter und potenzieller All-Star, sollte sich Shaq dann doch irgendwann mal entscheiden nicht mehr zu spielen, steht Brook Lopez auf der Center-Position bereit. Unerklärlicherweise bis auf Platz 10. im Draft 2008 gerutscht, haben wir hier einen richtigen BigMan mit Game. Und zwar soviel, das meiner Meinung nach unser geliebter „Superman“ hier vielleicht Angst vor Kryptonit haben sollte. Als Backup steht Josh Boone bereit, der wahrscheinlich immer noch alles außerhalb von 2m verwirft, ansonsten aber mit solider Defense und Rebounds aufwarten kann. Dann ist da noch Sean Williams, für den gleiches gilt, nur dass er noch ein sogenannter „headcase“ ist. Um das mehrköpfige Monster zu vervollständigen steht noch Tony Battie, ebenfalls aus Orlando gekommen, bereit. Ein solider Backup, der übernehmen dürfte falls die beiden anderen völlig verreißen oder auf der 4 zum Einsatz kommen.

X-Factor: Forwards.
Schaffen es die Nets aus ihrem Platoon an alten und mittelmäßigen sowie talentierten aber jungen Spielern ausreichend Leistung zu locken, wäre evtl. sogar ein Battle um die Playoffs möglich, wenigstens bis zum ASG. Da aber fast alle Verträge der ersteren Spieler auslaufen wird man eher auf die jungen Spieler wie Williams und Yi setzen und damit ordentlich eines auf die Mütze bekommen.

Sleeper: Sean Willams.
Schafft er es sein „potential“ abzurufen und keinen Unsinn zu bauen, haben die Nets einen starken defensiven Spieler auf der 4 oder 5, die perfekte Ergänzung zum eher Offensiv ausgelegten Center Lopez. Dann wäre ein Kampf um die Playoffs länger möglich. Wetten würde ich nicht drauf.

Coach: Frank Lawrence.
Seit 2004-05 als Coach bei den Nets tätig, befindet sich im sogenannten „contract year“, so dass er alles für den Erfolg geben wird. Außerdem weiß er wie man mit jungen Spielern umzugehen hat. Zudem sind die Erwartungen gering, sodass er seinen „stiefel“ durchspielen lassen darf.

Fazit:
Alle Zeichen stehen auf Wechsel bei den Nets. Neue junge Spieler. Viele auslaufende Verträge. Möglicher neuer Besitzer und mögliche neue Halle in Brooklyn. Trotz des anfänglichen Sturms mit dem die Nets starten werden, denke ich dass spätestens zu Weihnachten der Zug „Playoffs“ abgefahren sein wird und man wird versuchen zu „tanken“, um bei der kommenden Draft ordentlich zuschlagen zu können. Auf lange Sicht sieht der Himmel wohl strahlend blau aus, nur bis dahin wird es noch eine Harte Zeit…