Nun möchte ich auch meinen ersten Kommentar dazu abgeben. Herrmann hatte es ja angesprochen.  Die Talente und die Sache mit dem Geld. Zu dem von Ihm angesprochenen Jeremy Tyler gibt es nun einen Artikel in der New York Times, der dessen Entwicklung 3 Monate später begutachtet. Und es sieht gar nicht gut aus.
Aber wen verwundert es. Für die meisten von uns ist es schon ein großer Schritt gewesen nach dem Abitur das Elternhaus zu verlassen, in eine andere Stadt INNERHALB Deutschlands.
Für High-School Spieler die den Schritt nach Europa wagen, mag man sich die Dimension gar nicht vorstellen, unabhängig davon wie aufgeschlossen man die Amerikaner sehen mag.
Aber das Problem liegt woanders, nicht unbedingt bei den Spielern, denn diese bewegen sich innerhalb der Rahmenregelungen.

Da gibt es Zeitungen, Internetseiten – ganze Scouting-Abteilungen die alle irgendeinen „Next“ gefunden haben. Da sind AAU Coaches die nur DAS beste wollen, Freundinnen, Familie, Sponsoren, College-Coaches.  Das den Jungens und Mädels da einiges zu Kopfe steigt und Sie den Überblick verlieren, wen wunderts.

Einen sehr guten Einblick in dieses Problem hat auch der Film „He Got Game“ von Spike Lee gegeben, in dem eben jenes Problem visualisiert wurde. Denn im Endeffekt geht es um Geld. Sportler die meist aus schlechteren Verhältnissen kommen und im Sport die Chance sehen diesem Milieu zu entweichen. Krankheiten in der Familie. Schulden. Alles Probleme, die auch zu den Problemen der Sportler werden, obwohl ihnen meistens der Verstand fehlt die „richtige“ Entscheidung zu fällen. Pro oder doch lieber 4 Jahre College? Nicht einfach wenn einem an dem einen Ende mehrere Millionen Dollar winken. Dafür wird dann gerne auf die akademische und sportliche Ausbildung verzichtet, bei den Summen aber irgendwie verständlich, denn verletzt man sich in einem unbedeutenden Spiel oder ist nicht „eligible“ aus akademischen Gründen, kann dies die Karriere und damit Millionen kosten.

Das Alterslimit in der NBA hat wenig zur Klärung der Situation beigetragen. Im Gegenteil. Gerade weil den „Phenoms“ jetzt der direkte Weg in die NBA versperrt ist suchen sie sich andere Wege. D-League. Europa. Aussitzen. Da man aber in der D-League, eine Art Farm-Liga zur NBA, nur sehr, sehr wenig Geld verdient, erscheint der Schritt nach Europa (oder eben ins Nicht-amerikanische Ausland) als die vermeintlich „beste“ Lösung. Josh Childress hat es bei den Profis ja auch vorgemacht. Oder Linas Kleiza. Aber diese sind mehr oder weniger erwachsene Spieler oder eben im zweiten Fall Europäer. Da fällt die spielerische Umstellung schwerer ins Gewicht als die gesellschaftliche.

Meiner Meinung nach sollte ein längerer Aufenthalt am College auch belohnt werden. Bspw. sollte ein Senior das vierfache Gehalt von dem beziehen was ein an gleicher Stelle gedrafteter Freshman erhält. Also pro Darft-Position ein fester Satz an Geld, zB 1Mio. $. für den #1 Pick. War dieser nur 1 Jahr am College, gibts 1 Mio. $ pro Jahr. War er 2 Jahre am College 2Mio.$ pro Jahr usw. Pick #2 erhält 900.000$ usw. Somit würde man Spieler „belohnen“ die länger am College waren.

Oder man sagt du kannst entweder direkt nach der High-School gehen, nals Sophomore oder eben dann als Senior. Obwohl man hier wieder die Wahlfreiheit der Spieler einschränkt. Gestärkt werden würde dafür aber die Planungssicherheit der College-Coaches.

Diskutiert wird momentan eine Erhöhung des Alterslimits auf 20 Jahre – die momentane Regelung gilt noch bis 2011 – doch erscheint es nicht so als wenn dies das Problem lösen wird, das junge Sportler auf dem Weg in NBA eben auch mal nicht aufs College gehen, sondern die Freiheit des Marktes nutzen wollen. Ob dies der richtige Schritt ist, ist eine erstens eine andere Frage und liegt zweitens nicht im Ermessensbereich des Betrachters. Also, komplette Freigabe für High-School Spieler?

Wem das alles nicht reicht, kann hier noch weiterlesen. Viel Spass.