Die richtige Footballsaison fängt bekanntlich immer erst mit Thankgsgiving an. Jetzt kommen die Minusgerade, der Schnee und die Spiele, die darüber entscheiden, wer auch noch im Januar spielen darf und wer nicht. Darum fangen wir heute an, wöchentlich das Playoff-Picture zu präsentieren. AFC und NFC teilen wir in drei Gruppen ein: 1) die Teams, die derzeit ihre Division anführen; 2) Teams, die um die wild-card-spots streiten und 3) die Mannschaften, die nur noch Chancen auf die Playoffs 2010 haben.

Zur Einstimmung noch mal kurz der Modus. Aus beiden Conferences, AFC und NFC, sind jeweils die Divsionsieger automatisch qualifiziert. Zwei wild-card-spots gehen an die beiden Mannschaften mit dem besten record aus dem Kreis derer, die keine Division gewonnen haben. Daraus ergibt sich eine Setzliste: die 4 Divisionssieger sind Plätze 1 bis 4; 1 mit dem besten record, 2 mit dem zweitbesten usw., analog bei den beiden Wild-Card-Teams für die Plätze 5 und 6.

Die beiden Divisionsgewinner mit den meisten Siegen haben zusätzlich ein Freilos in der ersten Playoff-Runde und spielen dann in der zweiten Runde (Divisional-Round) zu Hause gegen die Sieger der beiden Wild-Card-Spiele. In der Wild-Card-Runde spielen der Setzliste nach 3 gegen 6 und 4 gegen 5, die Divisiongewinner haben automatisch Heimvorteil, selbst wenn die Wild-Card-Mannschaft den besseren record hat. Im AFC- resp. NFC-Championship Game stehen die Sieger der divisional-round und die Sieger gehen in den Super Bowl.

Jetzt zum Playoff-Picture nach Woche 11.

AFC

Wir planen für (mindestens) ein Heimspiel

Colts 10-0, Patriots 7-3, Chargers 7-3, Bengals 7-3
Die Colts sind auf bestem Wege sich den Heimvorteil bis zum Super Bowl zu sichern, bei noch 6 verbleibenden Spielen haben sie 3 Spiele Vorsprung auf die Chargers und die Patriots. Die Bengals wollen keinen Heimvorteil, die haben am Wochenende gegen Oakland, 17-20, verloren. Gegen Oakland! Wer seine Chancen so dämlich wegwirft, wird im Laufe der Saison noch bestraft. Cincys Rettungsanker: nächste Woche kommt Cleveland. Um das zweite Freilos in der ersten Playoff-Runde streiten sich also San Diego und New England. San Diego hat seit diesem Wochenende die AFC West wieder fest in der Hand; mit dem 32-3 haben sie Denver mal wieder gezeigt, wo der Frosch die Locken hat. New England hat ganz sicher die Jets abgebügelt, 31-14; Wes Reliable-Welker hatte dabei 15 gefangene Pässe für 192 yards – alle Receiver der Jets zusammen brachten es auf 8 für 136. Die Pats besuchen zum Monday-Night-Kracher die ungeschlagenen Saints (10-0) während die Chargers gegen ihre alten Rivalen Kansas City Chiefs spielen, die am vergangenen Sonntag Super-Bowl-Champion Pittsburgh in die gewzungen hat. Es bleibt spannend.

Wir sind auch noch im Rennen


Jags (6-4)
– die Jags haben sechs ihrer letzten acht Spiele gewonnen, hat das irgendwer gemerkt? Ich auch nicht. Hat mit diesen Typen hier zu tun, Pocket Hercules und Mike Sims-Walker.


Steelers (6-4)

Broncos (6-4)
Ravens (5-5) – Bei den Ravens siehts nicht besonders rosig aus, aber es gibt ja noch zwei Spiele gegen die Steelers, das erste davon an diesem Wochenende, mit diesen Spielen kann Baltimore noch einiges rausreißen.
Dolphins (5-5)
Texans (5-5)

Jets (4-6) – Ja, theoretisch ist der Einzug in die Playoffs noch möglich; zwei Spiele Rückstand auf einen wild-card-spot. Praktisch ist das aber nicht möglich mit diesem Quarterback. Nach passablem Start in die Saison spielt QB Mark Sanchez schlecht und immer schlechter, bei seiner 4-INT-Vorstellung gegen die Patriots (14-31) am Wochenende sah es zeitweise so aus, als hätte er völlig die Nerven verloren. Vielleicht hat er noch nicht realisiert, daß er jetzt in der NFL ist, hier spielt man gegen New England und nicht mehr gegen Stanford oder Washington State. Da muß die Sanchize erst noch reinwachen. Das Potential dazu hat er, aber dass wird noch einige schmerzhafte Spiele dauern.

Titans (4-6) – Jetzt mal ohne Scheiß: die Titans sind eins der besten Teams der Liga. Ich hab keine Ahnung, wie sie die ersten sechs Spiele verlieren konnten. Aber jetzt sind sie wieder da und – ja, auch mit 4-6! – mittendrin im playoff-race. Am kommenden Wochenende spielen die Steelers gegen Baltimore, die Jags in San Francisco und die Broncos gegen die Giants. Und es wär keine Überraschung, wenn die jeweils erstgenannten ihre Spiele allesamt verlieren, bei den Steelers und den Broncos ist es sogar wahrscheinlich. Und wenn Tennessee dann noch am Sonntag gegen Arizona gewinnt, haben sie bei noch fünf ausstehenden Spielen nur ein Spiel Rückstand auf einen wild-card-spot. Das wär der größte turnaround seit … [informative Vorschläge bitte als Kommentar posten]

Playoffs 2010

Hier planen für 2010: die Bills (3-7), die Chiefs (3-7), die Raiders (3-7) und die Browns (1-9).

NFC

Wir planen für (mindestens) ein Heimspiel
Saints 10-0, Vikings 9-1, Cardinals 7-3, Cowboys 7-3

Die Saints haben die NFC South schon so gut wie gewonnen, mit fünf Spielen Vorsprung vor den Falcons ist ihnen der Divisionstitel nur noch theoretisch zu nehmen. Ähnlich siehts bei den Vikings in der NFC North aus; drei Spiele Vorspung auf die Packers plus den gewonnen direkten Vergleich. Die Cardinals haben zwar auch drei Spiele Vorprung, vor den 49ers in der NFC West, aber das erste direkte Aufeinandertreffen haben sie verloren. Völlig offen ist noch die NFC East. Die Cowboys, 7-3, haben am letzten Sonntag nur 7 Punkte gegen Washington gemacht – und trotzdem gewonnen mit 7-6. Die Woche davor warens auch nur 7 Punkte, und die kamen auch nur durch einen garbage-time Touchdown in der Niederlage gegen Green Bay. Die Eagles und Giants hängen den Cowboys ganz dicht im Nacken und alle drei Mannschaften spielen auch noch direkt gegeneinander. Das wird noch ein ganz heißer Ritt.

Wir sind auch noch im Rennen

Eagles (6-4)
Giants (6-4)
Packers (6-4)

Falcons (5-5) – Die Falcons hatten noch nie zwei aufeinanderfolgene Spielzeiten mit mehr Siegen als Niederlagen. Sieht so aus als könnte diese Serie jetzt endlich mal reißen. Vier der letzten fünf Spiele gingen in die Hose, QB Matt Ryan im sophmore slump und eine Verteidigung, die bei zugelassenen yards auf Platz 28 steht. (Die defense wurde allerdings durch viel Verletzungspech dezimiert.) Positiv ist für Atlanta, daß die nächsten drei Spiele zu Hause sind, da hat Matty Ice bisher einen 11-1-record, und die letzten drei Spiele sind gegen die Jets, die Bills und die Bucs, die sind alle schlagbar. Atlanta ist also noch mittendrin im Kampf um die Wild-Card-Plätze.

49ers (4-6) – Wow Niners! Ihr könnt wirklich in zweiten Halbzeiten ganz steil aus der Kurve kommen! Spielt doch einfach in der ersten Halbzeit auch so. Erste Halbzeit ne Karre Mist, zweite Halbzeit Prachtgaul. Das war gegen Houston schon so und jetzt gegen Green Bay dasselbe nochmal, L 24-30. Die Hoffnung ist der Divisionstitel. Die Cards führen die NFC West zwar mit 7-3 an. Aber: nächste Woche spielen sie gegen das heißeste Team der Liga, in Tennessee, danach gegen die starken Vikings und dann in San Francisco. Wenn die Niners in den nächsten zwei Wochen gegen Jacksonville und in Seattle gewinnen, haben wir in Woche 14 am 14. Dezember das Top-Spiel um die Führung der Division – und es ist ein Monday Night Game! Danke, ESPN!

Panthers (4-6)
– Nee, ihr nicht Panthers! Ihr seid zu blöd. Ihr habt eines der besten running-games der Liga, aber dafür einen der dämlichsten Quarterbacks mit Jake Delhomme, ständig fumblet er den Ball oder wirft Interceptions; und selbst wenn er den Ball mal nicht der gegnerischen Mannschaft schenkt, wirft er ins Nichts. Okay, war letztes Jahr auch so. Zweitbester record in der NFC, wegen, wie gesagt: super Laufspiel. Aber warum zur Hölle, liebe Panthers-Coaches, laßt ihr dieses Jahr soviele Pässe spielen wie die Saints oder Patriots und weniger laufen als die Colts oder Cardinals?!?! Versteht kein Mensch! Darum habt ihr auch erst vier Spiele gewonnen. Nächste Woche sehen wir uns in der Playoffs-2010-Abteilung.

Bears (4-6) – Er ist gekommen als der große Messias, der erste richtige Quarterback in Chicago, seit, äh, hundert Jahren. Für Jay Cutler haben die Bears ihren starting-QB Kyle Orton und ihre nächsten beiden 1st-round picks abgegeben. Und bekommen haben sie 18 interceptions, Ligaspitze! Zugegeben, Cutler ist nicht das einzige Problem in Chicago, aber eines der größeren. Jetzt gehts auch noch nach Minnesota. Wir sehen uns nächste Woche in der Abteilung „Playoffs 2010“!

Playoffs 2010

Washington (3-7) – Nach der 6-7-Niederlagen gegen Dallas haben sich die Skins endgültig aus dem Playoff-Rennen verabschiedet. Aber sie können immer noch die Spielverderber in der spannenden NFC East werden. Es geht immer ein bißchen unter, aber Washington hat eine Top-10-defense, damit können sie den sowohl den Eagles (Woche 12), den Giants (Woche 15) als auch den Cowboys (Woche 16) auf deren Weg in die Playoffs noch ein Bein stellen.

Seattle (3-7) – die meisten Teams entwickeln sich im Laufe der Saison weiter. Werden besser. Manche laufen nach einige Spielen heiß und wachsen über sich hinaus (Hallo, Titans!). Einige stagnieren auch. Aber Seattle scheint einer der seltenen Fälle zu sein, in dem eine Mannschaft immer schlechter wird. Vier der letzten fünf Spiele veloren. Den Siegs gabs gegen Detroit. Glückwunsch. Bei der 9-35-Klatsche in Minnesota haben die Seahawks in den ersten 40 Minuten 2 first-downs erreicht und hatten insgesamt nur 4 rushing yards. Furchtbar.

Schon länger hier sind die Lions (2-8), Rams (1-9) und die Buccaneers (1-9).