Wir haben nach 12 Wochen schon den ersten Divisonsieger: die Indianapolis Colts, die von ihren letzten 21 Spielen 20 gewonnen haben. Diese eine Niederlage setzte es aber ausgerechnet in den Playoffs – nach Verlängerung gegen San Diego. San Diego ist auch heiß – sechs Siege in Folge. In der NFC streiten sich die Saints und die Vikings um den Heimvorteil bis zum Championship Game, während sich das Feld derer, die um eine Wild Card kämpfen, auf vier Teams reduziert hat: Eagles, Packers, Giants, Falcons. Hier das ganze Bild.

AFC
Wir wollen (mindestens) ein Heimspiel!

Indianapolis (record 11-0; letzte Woche 35-27 in Houston) – Er hat es schon wieder getan. The Sheriff. Gegen die Texans lagen die Colts mal wieder im vierten Viertel zurück (14-20). Und dann hat Peyton Manning einfach das gemacht, was Peyton Manning im vierten Viertel immer macht: snap-pass-completion, snap-pass-completion, […] snap-pass-completion-touchdown. Der Typ ist eine Maschine. Das war jetzt das fünfte Spiel in Folge, in dem Manning seine Colts nach einem Rückstand im vierten Viertel noch zum Sieg geführt hat. Egal was für Zahlen Drew Brees, Chris Johnson oder Brett Favre haben, The Sheriff ist mit Abstand der MVP.

San Diego (8-3; 43-14 gegen Kansas City) – Sechs Siege in Folge. Diese Typen sind heiß! In den letzten drei Spielen haben die Chargers 31, 32 und 43 Punkte gemacht. Jetzt kommen die Browns. Viel Spaß, Chargers!

Cincinnati (8-3; 16-7 gegen Cleveland) – 4 Siege gegen Pitttsburgh und Baltimore. Wow. Aber der Einbruch kommt noch.

New England (7-4; 17-38 in New Orleans) – … Wo waren die Wide Receiver und vor allem: was hat Brady sich denn bei diesen beiden Interceptions gedacht?!? Ey, liebe Defense: wie viele mental mistakes kann man eigentlich in einem Spiel machen? New Orleans hatte am Ende 480 yards erzielt. Drew Brees 5 TDs. Aber: 315 dieser yards kamen bei 8 Spielzügen. Davon sogar 143 yards nach nur 2 Pässen. Individuelle Fehler, schlechtes tackling , schlechte Kommunikation und Zuordnung. Das kann mal alles abstellen. Alles kein Grund zur Panik in New England. Furchtbar schlecht sahen sie am Montag trotzdem aus.

Nur so nebenbei mal wild spekuliert: Charlie Weis wurde nach fünf Jahren gerade als head coach von Notre Dame entlassen. Weis war von 2000 bis 2004 Offensive Coordinator bei den Patriots, die 2001, 2002 und 2004 den Super Bowl gewonnen haben. Nach dem Abgang von OC Josh McDaniels nach Denver (dort head coach) haben die Pats keinen „richtigen“ offiziellen OC; so mehr oder weniger übernimmt das QB-coach Bill O´Brian. Weis hat doch jetzt Zeit, Belly ruf ihn an! Die AFC East gewinnen sollte New England aber so oder so. Von den Gegnern in den nächsten fünf Spielen hat nur eine Mannschaft – Jacksonville, 6-5 – mehr Siege als Niederlagen.

Wir wollen auch in die Playoffs!

Denver (7-4; 26-6 gegen NY Giants) – Beeindruckende Leistung gegen die Giants. Von den verbleibenden fünf Spielen sind zwei gegen die Chiefs (3-8) und eines gegen die Raiders (3-8). Wenn man da nicht stolpert, siehts gut aus mit der Playoff-Teilnahme.

Baltimore (6-5; 20-17 OT gegen Pittsburgh)

Pittsburgh (6-5; 17-20 in OT in Baltimore) – Eine OT-Niederlagen gegen Baltimore ist kein Beinbruch. Vor allem, wenn man ohne Big Ben spielt. Aber das war schon die dritte Niederlage in Folge – Cincinnati, Kansas City und jetzt die Ravens. Muß man vor den Steelers jetzt keine Angst mehr haben? Doch! In den nächsten zwei Wochen gibts Spiele gegen Oakland und Cleveland und dann ist man mit einem 8-5-record wieder vorne dabei.

Jacksonville (6-5, 3-20 in San Francisco)

Tennessee (5-6) – Arizona führt 17-13, noch 2:37 zu spielen, Tennessee kriegt den Ball an der eigenen 1-yard-Linie. Und dann kam einer der beeindruckendsten drives der Footballgeschichte, angeführt von – Vince Young. 18 plays, 99 yards und mit dem letzten Spielzug bei auslaufender Uhr der Paß von Vince Young zu rookie WR Kenny Britt in die Endzone – Tennessee gewinnt. Quarterback Vince Young, einer der besten College-Spieler aller Zeiten, konnte sich – auch wenn er 2006 Offensive Rookie of the Year wurde – nie in der NFL durchsetzen; letztes Jahr hat er seinen starting-job an Veteran Kerry Collins verloren, der auch diese Saison als QB-1 der Titans begann. Der Rest ist bekannt: mit Collins verlieren die Titans ihre ersten sechs Spiele, dann die bye-week, Young wird wieder starter und die Titans gewinnen am Sonntag ihr fünftes Spiel in Folge und sind mittendrin im playoff-race. Wow. Und das beste für Tenny: Young ist bei weitem nicht ihr bester Spieler. Die offensive line ist die bester der NFL, RB Chris Johnson ist auf bestem Wege die 2000-yard-Marke zu knacken (in den letzten fünf Spielen allein 800 yards), die defensive line gehört auch zum Besten, was die NFL derzeit zu bieten hat, Tullock und Bullock erledigen soviel Arbeit, daß andere Teams dafür 4 Linebacker brauchen, Courtland Finnegan ist einer der besten Cornerbacks der Liga. Die Titans sind ein Playoff-Team. Ohne Frage. Die Frage ist nur noch, wie weit sie in den Playoffs kommen werden. Nächste Woche gehts gegen die ungeschlagenen (11-0) Indianapolis Colts. Wenn Tenny das auch noch gewinnt, dann ist es wirklich der größte turnaround seit….[sachdienliche Vorschläge bitte als Kommentar posten]

Miami (5-6, 14-31 in Buffalo)
NY Jets (5-6; 17-6 gegen Carolina)
Houston (5-6, 27-35 gegen Indianapolis) – das alte Problem: die Texans können nicht gegen gute Teams gewinnen und schon gar nicht gegen Indy. Ein Sieg in den sechzehn Spielen gegen die Colts. Nächste Woche ein ganz entscheidendes Spiele gegen division-rival Jacksonville.

Playoffs 2010!

Buffalo (4-7, 31-14 gegen Miami); Cleveland (1-10; 7-16 in Cincinnati); Kansas City (3-8, 14-43 in San Diego); Oakland (3-8; 7-24 in Dallas)

NFC

Wir wollen (mindestens) ein Heimspiel!

New Orleans (11-0; 38-17 gegen New England) – Gegen New England hat man gesehen, daß die Saints nicht nur einen der besten QBs haben; sondern vor allem einen der besten coaching staffs der ganzen Liga. Was head coach Sean Peyton und DC Gregg Williams Woche um Woche für gameplans zusammenzaubern ist wirklich ein Gedicht.

Minnesota (10-1; 36-10 gegen Chicago) – Kamerad Zufall wollte es so, daß Minnesota einen Spielplan hat, als würde Bayern München in der zweiten Liga spielen. Minnesota hat gewonnen gegen die Gurken aus Cleveland (1 Sieg, 10 Niederlagen), zweimal Detroit (2-9), Seattle (4-7), St. Louis (1-9) und jetzt gegen die sich auflösenden Chicago Bears (4-7). Dazu kamen Spiele gegen Pittbsburgh (6-5), das hat Minny verloren; gegen Baltimore (6-5) hätten sie verlieren müssen, aber der – jetzt arbeitslose – Kicker Steven Hauschka hat in letzter Sekunde ein FG versemmelt; gegen die Packers (7-4) gabs zwei knappe Siege und gegen San Fran (5-6) wurde nur sehr glücklich in allerletzter Sekunde gewonnen. Laßt euch von diesen Vikings nicht täuschen! In den nächsten zwei Wochen wissen wir mehr: nächsten Sonntag gehts zum Sunday Night Game nach Arizona (7-4) und den Sonntag danach kommt Cincinnati (8-3). Es gibt jedes Jahr Teams, die im Dezember völlig unerwartet zusammenbrechen. Letztes Jahr zum Beispiel Tampa Bay – nach 9-3-Start vier Niederlagen in Folge, Playoffs verpaßt. Oder Denver letztes Jahr: drei Spieltage vor Schluß hatten sie drei Spiele Vorsprung auf San Diego in der AFC West – drei Niederlagen. Oder natürlich Dallas, deren letzter Sieg im Dezember muß so in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gewesen sein. Und dieses Jahr wird es Minnesota. Wir sprechen uns im Januar.

Dallas (8-3; 24-7 gegen Oakland) – Wie gut sind die `Boys? Nach den nächsten drei Wochen wissen wirs: in New York gegen die Giants (6-5), gegen San Diego (8-3), in New Orleans (11-0).

Arizona (7-4, 17-20 in Tennessee) – Hmm, gegen die Titans kann man durchaus verlieren. Kein Grund die Nerven zu verlieren, zumal Kurt Warner nicht mitgespielt hat. Nächste Woche – dann wohl wieder mit Warner – gibts das vermeintliche Spitzenspiel gegen die Vikings (10-1). Aber Arizona sollte sich lieber auf das Monday Night Game in zwei Wochen gegen San Fran (5-6) konzentrieren, da gehts nämlich um den NFC West Titel. Das erste Aufeinandertreffen haben die Cards verloren (16-20).

Wir wollen auch noch in die Playoffs!

Green Bay (7-4; 34-12 in Detroit)
Philadelphia (7-4; 27-24 gegen Washington)

NY Giants (6-5; 6-26 in Denver) – Buh! Buh! Buh! Ihr Muttis! Geht Flagfootball spielen! Ich weiß nicht wer ihr seid, aber ihr seid ganz sicher nicht die Typen, die vor zwei Jahren den Super Bowl gewonnen haben und letztes Jahr (bis zum unglücklich verlorenen Divisional-Playoff-Game gegen die Eagles) auf beiden Seiten des Balles die Gegner überrollt haben, im wahrsten Sinne des Wortes. Komischerweise stehen auf den Trikots dieselben Namen. Ich will die alten Giants zurück! Die New York Smashmouth Football Giants. Aber so lächerlich, wie ihr euch von den kleinen Broncos Verteidigern habt rumschubsen lassen und so, wie euch die Broncos OLine durch die Gegend geschoben hat, so gewinnt ihr kein Spiel mehr. Am Sonntag kommen die Cowboys zu besuch und wenn ihr da wieder so auftretet wie ein Haufen fußlahmer Esel, dann machen die Eagles und die Boys die NFC East unter sich aus und ihr könnt wieder mit euren Barbies spielen.

Atlanta (6-5; 20-17 gegen Tampa Bay)

Playoffs 2010!

Chicago (4-7; 10-36 in Minnesota) – Wir begrüßen die Bears in der Kategorie „Playoffs 2010“! Viel Spaß beim planen – ohne 1st- und 2nd-round pick in der nächsten Draft. Warum die Bears keine picks haben? Na die haben sie doch gegen Jay Cutler getauscht, der aber außer 20 Interceptions nicht viel im Gepäck hatte.

Carolina (4-7; 7-16 in New York gegen die Jets) – Auch ein Neuzugang in dieser Kategorie nach der Niederlage ohne Gegenwehr bei den Jets. Neuer Trainer und neuer Quarterback müssen her, dann gehts vielleicht wieder aufwärts.

Seattle (4-7; 27-17 in St. Louis); Washington (3-8; 24-27 in Philadelphia); Detroit (2-9; 12-34 gegen Green Bay); Tampa Bay (1-10, 17-20 in Atlanta); St. Louis (1-10; 17-27 gegen Seattle)