Drei Viertel der Spiele sind gespielt, die ersten Teams – Indy und New Orleans – haben sich schon für die Playoffs qualifiziert. Einige andere so gut wie: San Diego, Cincinnati, Minnesota und Arizona. In der NFC hat sich das Feld der Mannschaften, für die überhaupt noch eine Chance besteht, schon erheblich reduziert während in der AFC noch ein riesiges Feld von Teams übrig ist, die sich noch Hoffnungen machen. Hier das ganze Bild:

AFC

Die division leaders

Indianapolis (12-0, 27-17 gegen Tennessee)

San Diego (9-3; 30-23 in Cleveland) – VierViertel predigt immer wieder: win in december and it´ll be a season to remember! Die Chargers haben ihre fünfzehn letzten Spiele im Dezember gewonnen. 2007 sind sie erst knapp im AFC Championship Game an den bis dato ungeschlagenen Patriots gescheitert; 2008 in der divisional-round an den späteren Super-Bowl-Champions Steelers. San Diego ist in dieser Saison mehr denn je bestens gewappnet für den Super Bowl. Gefährlich werden können ihnen nur die Colts. Rückblick: 2007 wild-card-round: die Chargers schmeißen die 13-3-Colts raus. 2008 divisional-round: die Chargers schmeißen die Colts raus, die bis dahin neun Siege in Folge eingfahren haben.

Cincinnati (9-3; 23-13 gegen Detroit)

New England (7-5; 21-22 in Miami) – Was ist nur mit den Patriots los? Drei der letzten vier Spieler verloren. Die offense ideenlos, Brady steht neben sich, vor allem in der redzone, pass rush kennt man in New England nur vom Hörensagen und in jeder zweiten Halbzeit wird alles immer noch schlimmer. Vergebene Chancen bei zwei vierten Versuchen, ein dritter bei noch drei fehlenden yards erfolgreich – aber zurückgepfiffen wegen einer Strafe von Sam Aiken; zwei völlig untypische Interceptions von Brady. Individuelle Fehler, die man eigentlich abstellen können müßte. Viel hätte und könnte. Immerhin haben Giselle und Tom jetzt endlich ihr Kind und damit sollte sich Brady wieder auf die Verteidiger auf dem Platz konzentrieren können. Dazu kommt das relativ leichte Restprogramm: Carolina, in Buffalo, Jacksonville und in Houston. Gute Möglichkeiten, endlich den Rhythmus zu finden und eine Serie zu starten. Mitte Dezember wär auch genau der richtige Zeitpunkt dafür.

Die Jäger der Wild Card

Denver (8-4; 44-13 in Kansas City) Der gue Offensive Coordinator, der den Patriots fehlt, ist jetzt Cheftrainer In Denver. Da macht Josh McDaniels zur Zeit einen richtig guten Job.

Jacksonville (7-5; 23-18 gegen Houston) Under the radar. Keiner kriegt so wirklich mit, wie gut oder schlecht die Jags wirklich sind. In den nächsten drei Wochen kommt die Zeit der Wahrheit: gegen Miami, gegen Indy, in New England.

Pittsburgh (6-6; 24-27 gegen Oakland) Vier Niederlagen in Folge. Das sagt eigentlich alles. Aber so ganz eigentlich dann doch nicht, wenn man sich diese vier Spiele genauer anschaut. Zwei Niederlagen nach Verlängerung, eine in letzter Sekunde und eine, bei der die gegnerische Offense, die der Bengals, keinen Touchdown erzielen konnte. Ich sehe Pittsburgh als klaren Favoriten auf den zweiten wild-card-spot (der erste geht an Denver). Aber nur, wenn Safety Troy Polamalu fit ist. Er ist mit Abstand der wichtigste Spieler dieser Verteidigung, wenn er nicht dabei ist, läuft gerade in der secondary vieles durcheinander und die nötige Abstimmung fehlt. Mit Polamalu kann diese defense jeden Gegner stoppen – ohne ihn nicht mal die Raiders.

Miami (6-6, 22-21 gegen New England) Die Dolphins melden sich eindrucksvoll zurück im Playoff-Rennen – und das ganz ohne Wildcat. Miami ist tough, hat gute Linien und einen sehr guten coaching staff – genau die richtigen Zutaten, die man für einen erfolgreichen Winter braucht. Falls Pittsburghs Polamalu nicht wieder fit wird, schleichen sich die Delphine wieder in die Playoffs. Sogar reele Chance auf den Divisionstitel sind wieder da nach dem Erfolg gegen die Pats.

NY Jets (6-6, 19-13 in Buffalo)

Baltimore (6-6, 14-27 in Green Bay) – So wie die Ravens derzeit spielen, werden sie es nicht in die Playoffs schaffen. Angriff schwach und viel zu konservativ, Verteidigung mittelmäßig. So wird das nichts.

Tennessee (5-7, 17-27 in Indianapolis) – Der Höhenflug, der leider viel zu spät begonnen hat, ist mit der Niederlage in Indy erstmal gestoppt. Jetzt haben die Titans nur noch theoretische Chancen auf einen wild-card-spot. Aber man weiß ja nie. Und spielerisch hätten sie es auf jeden Fall verdient.

Houston (5-7, 18-23 in Jacksonville) Dito. Nur noch eine rechnerische kleine Chance. Mit vier Niederlagen in Folge gegen Kontrahenten aus der eigenen Division sind die Chancen auf eine Entlassung von Head Coach Gary Kubiak dagegen groß.

Playoffs 2010!
Buffalo 4-8, 13-19 gegen NY Jets; Cleveland 1-11; 23-20 gegen San Diego; Oakland 4-8, 27-24 gegen Pittsburg; Kansas City 3-9, 13-44 gegen Denver

NFC

Die division leaders

New Orleans (12-0; 33-30 OT in Washington) – Noch zwei Minuten zu spielen. Washington führt 30-23. Ein 23-yard-FG-Versuch für die Redskins. Die Sensation der Saison bahnt sich an. Das könnte der turnaround werden für die `Skins, das ist der signature-win, der eine gesamte franchise retteten kann. Den Trainer gleich mit. Die Morddrohungen gegen den Besitzer hätten ein Ende. Die Fans stehen, sie können es kaum glauben! Ihre Redskins, die in dieser Saison schon gegen die Lions und die Chiefs verloren haben, sind gerade dabei die ungeschlagenen Saints auf den harten Boden der Realtität zurückzuholen. Und dann das: Kicker Shaun Suisham verschießt. Daneben! Aus 23-yards! Unfaßbar. Das ist nicht länger als ein PAT! Also hatten die Saints noch zwei Minuten Zeit um einen TD zu machen und dann in OT zu gewinnen. So kann man auch ungeschlagen bleiben. Nicht schön und schon gar nicht überzeugend, aber zwölf-null ist eben zwölf-null. Suisham ist jetzt natürlich arbeitslos.

Minnesota (10-2; 17-30 in Arizona) Hallo, Brett Favre! Da bist du ja endlich. 2 INTs plus 2, die leichtsinnigerweise von den Cards fallengelassen wurden. Seit 1996, also mittlerweile seit 13 Jahren, fängt Favre in den wichtigsten Spielen am Ende der Saison an, ganz viel Käse zu machen. (Ausführlicher und noch mehr Zahlen hier.) Dazu kommt jetzt auch noch, daß sich das Herz der Abwehr, MLB E.J. Henderson verletzt hat und für den Rest der Saison ausfällt. Erst hat man Brett Favre – und dann kommt auch noch Pech dazu.

Arizona (8-4; 30-17 gegen Minnesota) Glückwunsch, Cardinals! Das war die beeindruckendste Leistung aller NFL-Teams, die ihr da am Sonntag zur primetime abgeliefert habt. Nicht durch viel Glück oder durch Schiedsrichterentscheidungen oder durch Zufall haben die Cards die Vikes plattgemacht, sondern weil sie tatsächlich spielerisch und taktisch in allen Belangen überlegen waren. Nach den Saints die beste Mannschaft in der NFC. Offensiv sowieso; aber die Cards haben jetzt auch eine richtig gute defense! DT/DE Darnell Dockett, ILB Karlos Dansby und S Adrian Wilson gehören in jedes All-NFL-Team!

Eagles (8-4, 34-7 in Atlanta)

Die Jäger der zwei Wild Card

Dallas (8-4; 24-31 in New York gegen die Giants) Huhhhh, kalt im Dezember. Oder `Boys? Man kann die Uhr danach stellen: es wird Dezember und die Cowboys verlieren die wichtigen Spiele. Als Tabellenführer in die Meadowlands gereist, mit der großen Chance einen ganz großen Schritt zu machen hin zur NFC-East-Krone, verliert Dallas gegen die Giants. Und das ganze late-season-meltdown-Gerede ist wieder da. So wie jedes Jahr eben.

Packers (8-4, 27-14 gegen Baltimore) – Nach erlaubten yards die beste Verteidigung der Liga. CB Charles Woodson muß Defensive Player of the Year werden, wenn nicht gar MVP! Ganz starke DLine, sehr aggressive Typen und aggressives play-calling – so gewinnt man im Winter! Der Angriff mehr als solide: QB Aaron Rodgers ist besser als Brett Favre, Greg Jennings ist einer der besten WR der Liga und Donald Driver und TE Jarmichael Finley sind auch sehr gefährliche Waffen im passing game. Die OLine scheint sich endlich gefunden zu haben und fünf Siege in Folge (sieben der letzen acht gewonnen) sprechen eine eindeutige Sprache: Playoffs!

NY Giants (7-5, 31-24 gegen Dallas) Geht doch! Das sind die New York Smashmouth Football Giants, wie ich sie kenne – und wie ich sie in den letzten Wochen vermißt habe. Aber jetzt sind sie zurück: sie sind groß, stark und machen alles Platt – im wahrsten Sinne des Wortes. Physical defense, starke OLine und ein dicker Brandon Jacobs der alles über den Haufen rennt.

Atlanta (6-6, 7-34 gegen Philadelphia) Tja, einfach zu viel Verletzungspech. Das ist ärgerlich, aber nicht zu ändern. Bei so vielen Ausfällen von Stammspielern wär es schon ein mittelgroßes Wunder, sollten die Falcons es noch in die Playoffs schaffen.

Playoffs 2010!
Carolina 5-7, 16-6 gegen Tampa Bay; Chicago 5-7, 17-9 gegen St. Louis; San Francisco 5-7, 17-20 in Seattle; Seattle 5-7, 20-17 gegen San Francisco; Washington 3-9, 30-33OT gegen New Orleans (s.o); Detroit 2-9, 13-23 in Cincinnati; St. Louis 1-11, 9-17 in Chicago; Tampa Bay 1-11, 6-16 in Carolina