Nachdem nun das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts vorbei ist, habe ich mir mal ein paar Gedanken dazu gemacht, was mit dem Basketball im neuen Jahrzehnt passieren könnte.
Daher diese Woche keine Highs & Lows über Verletzungsserien oder Schusswaffen in den Umkleidekabinen, sondern nur ein paar Anregungen zum Basketball für die nächsten 10 Jahre.

Neuordnung der Gehaltsstrukturen
Zuviele Spieler verdienen zuviel Geld. Ein gutes Jahr – oftmals das „contract-year“ – reicht und die Spieler erhalten garantierte Verträge über mehrere Jahre. Was aber wenn die Spieler auf einmal wieder schlechter werden. Nichts. Dann werden sie von Team zu Team getradet, jeweils in der Hoffnung doch noch einmal den monetären Wert ihrer Verträge in Statistiken gleichziehen zu können. Meistens aber nicht. Dann versauern die Spieler bei irgendwelchen Teams auf der Bank und werden irgendwann zu Trade-Chips (eine Bezeichnung die allein aus ethischer Sicht schon fragwürdig erscheint), nämlich dann wenn ihr Vertrag im letzten Jahr ist und im darauffolgenden Jahr vom Salary Cap verschwindet. Gut den Spielern ist das egal, sie kriegen ihr Geld – verdient oder nicht sei einmal dahingestellt – und können/dürfen/müssen Basketball spielen. Aber wieviele Teams kriegen jahrelang nichts auf die Reihe eben weil sie solche Spieler in ihren „Büchern“ zu stehen haben. Ich sag nur Knicks. Selber Schuld oder? Vielleicht, aber es müßte doch eine Möglichkeit geben Verträge Leistungsorientierter oder wenigstens flexibler zu gestalten.
Darüber könnte sich die NBA dochmal Gedanken machen. Dann können sie gleichzeitig auch neue Höchstsummen festlegen, denn obwohl ich es verstehe dass Sportler genügend Kohle ranscheffeln müssen um für die Zeit nach der aktiven Zeit vorzusorgen, sehe ich nicht ein warum ein einzelner Spieler 20 Mio.$ dafür bekommt Bälle in den Korb zu werfen. Gut, meistens siehts gut aus und die Umstände sind auch schwierig – aber 20Mio.? Reichen nicht auch 5?
Dann kostet ein Ticket vielleicht nicht mehr 80$ sondern nur noch 20$. Das wär doch was.

Teamorientierte NBA Spieler
Dies schlägt in die gleiche Kerbe wie ersterer Punkt. Wann begreifen NBA Spieler endlich mal, dass wenn sie selber 20Mio. bekommen und der Salary Cap bei 70Mio. liegt, dass vielleicht noch ein, zwei gute Spieler von dem Geld bezahlt werden können, der Rest aber Gurken sind.
Ich kann mich noch erinnern wie Tim Duncan anstatt 25Mio. einzustreichen gesagt hat, ach, 20Mio. reichen auch, dann können wir noch Bowen und Horry unter Vertrag nehmen und vielleicht noch ne Championship gewinnen. Da waren alle überrascht! Schlimm nicht?

College-Pflicht für mindestens 2 Jahre
Ich weiß das ist übertrieben. Jeder Spieler sollte das Recht haben zu wählen wann er in die NBA geht. Ist ja auf dem „normalen“ Arbeitsmarkt auch so. Aber wenn ich sehe was für Spieler in der NBA rumlaufen und mit wieviel TamTam insbesondere die „Phänomene“ hochgejubelt werden, dann stellt sich mir die Frage, sind diese Kids überhaupt bereit für die NBA?
Ich meine, die NBA ist eine Liga für Männer. Das meine ich sowohl aus psychologischer als auch physischer Sicht. Das ganze Reisen quer über den nordamerikanischen Kontinent, 3-4 Spiele die Woche, wenig Zeit zu Hause, dann das ganze homophobe Getue, die bling-bling-Geschichten und all das. Und das soll man als 18, 19-Jähriger High-Schooler alles verarbeiten können? Denke ich nicht. Sicherlich gibt es genügend Beispiele die auch ohne College erfolgreich waren. Kobe. KG. Dwight. James. Aber das sind eher die Ausnahmen als die Regel.
Und was soll das College bringen fragt ihr? Zunächst einmal das was das studieren jedem bringt. Spass mit gleichaltrigen. Parties. Mädels. Eben halt den ganzen „Erwachsenwerdenquatsch“. Gut, das bringt uns als Zuschauer der NBA wenig, außer vielleicht das reifere Spieler „einchecken“. Zusätzlich dazu eine vernünftige Ausbildung sowohl in sportlicher als auch fachlicher Sicht. Einordnung in ein Teamkonzept. Zeit für Arbeit an den Schwächen und Stärken. Alles Sachen, die aus meiner Sicht in der NBA eher unterrepräsentiert sind. Dann braucht man auch keine Dresscodes für Leute die in Anzügen aufgrund ihrer Statur einfach albern aussehen. Dann gibts vielleicht auch weniger Waffenvorfälle oder sonstige off-court-issues.
Ich sag auch nicht das 2 Jahre am College alle Probleme löst, aber wenigstens schonmal vielleicht ein paar von den spielerischen, da es einfach zu viele Vollpfosten gibt die außer Athletik nichts am Start und trotzdem dicke Verträge haben.
Unter Scouts – so sehr sie ihre Spieler mit upside lieben – gibt es folgenden Spruch: „Even AI stayed 2 years in College“. Und Tim Duncan sogar 4. Ebenso wie Brandon Roy und andere. Und die NBA hat fertige Spieler bekommen.

Weniger Spiele
Ich finds ja toll. 82 Spiele von meinem Lieblingsteam jeden 2,3 Tag von November bis April. Aber wenn man mal versucht mehrere Teams zu sehen und sein Lieblingsteam, dann muss schon ein Halbtagsjob her. Oder man streicht alle anderen Hobbies. Außerdem sinkt ja gleichzeitig der Wert einzelner Spiele, weil es eben noch so verdammt viele andere gibt um bspw. Niederlagen wieder auszugleichen. Muss ja nicht gleich reduziert werden auf 16 wie in der NFL, wo jedes Spiel einem Play-off Spiel gleicht, aber vielleicht 50, 60 – das müßte doch reichen. Vielleicht sind dann ja auch einfach mal nicht so viele Stars verletzt und die Qualität der Spiele könnte dadurch gesteigert werden.
Aber das wird der Gelddruckmaschine NBA nicht in den Sinn kommen.

Neuer Spielmodus
Wie wärs denn mit Boston gegen LA oder Suns gegen Cavs 4 mal im Jahr, schon bevor die Playoffs losgehen! Ich weiß ich weiß, es gibt in jeder Conference genügend Hammer-Spiele die auch 4mal stattfinden, aber so gewisse Spiele kann man doch nicht oft genug sehen, oder? Vielleicht kann sich die NBA ein Format einfallen lassen, wo nach vielleicht 1/3 der Spiele einfach mal sowas wie Zwischenplayoffs geschaltet werden wo die 16 besten teams und die 14 schlechtesten Teams jeder gegen jeden spielen, von mir aus auch mit erhöhter Wertigkeit der Spiele, bevor es mit dem Regular Season Modus weitergeht? Zu abgefahren? Vielleicht.
Aber wenn die NBA was ändern sollte, dann doch bitte berücksichtigen das die Regular Season auch für die unteren Teams (und auch für uns die Zuschauer) interessant bleiben sollte und nicht der Anreiz dieser Teams ohne Playoff-Chancen dahingeht genügend Niederlagen einzufahren um den nächsten Tim Duncan oder Lebron James zu erhaschen. Wie wärs mit Playoffs der nicht-Playoff Teams. Und der Sieger der Playoffs 1B bekommt den ersten Pick. Beispielsweise.
Aber irgendwie muss da doch was gehen…

Neudefinition der Spielerpositionen
Dirk war ja einer der ersten. Garnett auch. Dann James und Wade. Jetzt Durant. Mittlerweile ist es immer schwieriger geworden Spieler den bekannten 5 Positionen des Basketballs zuzuordnen. Ist er nun Power 3 oder Shooting 4? Point Guard, Shooting Guard oder doch Combo-Guard?
Am deutlichsten ist die Entwicklung bei den Centern. Wo früher noch die klassichen Back to the Basket Spieler herrschten sind nun immer mehr Perimeter-orientierte Spielertypen zu finden. Wenn dann alle Jahre mal wieder einer daherkommt und n echtes Low-Post Game mitbringt, dann geht ein Raunen durch die NBA. Aber die Entwicklung geht nun mal weg von den klassischen Positionen. Also wie wärs mit neuen Namen. Point Forward kennt man ja seit Anthony Mason. Shooting Forward. Power Guard. Was weiß ich. Auf jeden Fall merkt man beim Stöbern im Internet, dass es den Leuten schwerer fällt zu kategorisieren.
Braucht man das? Nö, sicherlich nicht. Aber Spass macht es trotzdem, gerade wenn man verschiedene Spieler vergleichen will wie zum Beispiel Gerald Wallace. Also her mit den Small Guards und Perimeter Centern.

Änderungen an der Basis des Spiels
Da ich die bestehenden Regeln, die ja zws. NBA und FIBA eh nochmal unterschiedlich sind, eigentlich ganz passend finde, wie wäre es mit einer Anpassung des Spielfeldes? Dabei gehts mir primär um die Abgrenzungen der Seitenauslinien und der Zone. Spieler werden immer größer und athletischer und die Maße des Basketballfeldes stammen immer noch aus Zeiten als 96% der Spieler weiß waren. Muss ja nicht viel sein. Vielleicht n halber Meter hier oder da würden sicherlich ein wenig Spacing reinbringen. Profitieren würden m.E. davon primär auch die Schiedsrichterleistungen und damit auch die Qualität des Spiels. Sicherlich ist es gerade ob des engen Raumes auf dem sich die Spieler bewegen spannend zuzuschauen, aber die seit Jahren zunehmende Kritik an den Refs ist vielleicht auch der Unübersichtlichkeit auf dem Spielfeld verschuldet. Gerade unter den Körben prallen mehrere deutlich über 2m große Spieler aufeinander, wer soll da denn Überblick behalten, was rechtens ist und was nicht. Teilweise geben ja erst die Slo-Mos aufschluss darüber was passiert ist.
Vielleicht würde ein wenig mehr Platz helfen?
Wem das zu kontrovers ist, der sollte sich lieber die Augen zuhalten wenn ich von meiner Idee des 4-Punkt-Bereiches anfange…

…viel Spass im neuen Jahrzehnt wünscht VierViertel!!