Wir haben sie, die 12 Überlebenden einer hart umkämpften Regular Season. In der NFC hatten wir dieses Jahr den seltenen Fall, daß tatsächlich sechs Mannschaften deutlich besser waren als die restlichen zehn. Glückwunsch dafür schonmal an den No.1-seed New Orleans (13 Siege, 3 Niederlagen), No2. Minnesota (12-4), No.3 Dallas (11-5), No.4 Arizona (10-6), No. 5 Green Bay (11-5) und die an 6. Position gesetzten Philadelphia Eagles (11-5). (Arizona vor Green Bay, weil sie ihre Division gewonnen haben, die Packers die ihrige nicht.)

In der AFC dagegen war alles sehr viel ausgeglichener und hier hatten zwei Wochen vor Toreschluß noch elf Mannschaften Chancen auf die Playoffs. Allerdings hat Reiner Willkür eine entscheidende Rolle gespielt und zumindest den New York Jets einen Platz in den Playoffs geschenkt. Die nämlich mußten an den letzten beiden Spieltagen gegen die Colts und die Bengals ran, die zu diesem Zeitpunkt ihre jeweiligen Divisions schon in der Tasche hatten und gegen die Jets gerade noch physisch anwesend waren, aber alles andere als physical gespielt haben. Ärgerlich ist das vor allem für den Titelverteidiger, die Pittsburgh Steelers, denen jetzt nur noch der Platz vor dem Fernseher bleibt. Trotz allem: you are what your record says you are und wenn die Steelers vorher gegen die Chiefs oder die Raiders oder die Browns gewonnen hätten, wären sie nicht in diese mißliche Lage gekommen. So haben sich die Ravens und die Jets mit jeweils 9 Siegen bei 7 Niederlagen als 5. bzw. 6. die Wild Cards gesichert. Ihre Division gewonnen haben die No.1 Colts (14-2), die No 2. Chargers (13-3), die No.3 Patriots (10-6) und die Bengals (10-6).

Die Saints, Vikings, Colts und Chargers haben sich für das Wild-Card-Weekend ein Freilos erspielt, die anderen acht müssen ab morgen schon ran.

Los geht das Rematch Weekend morgen um 4.30p.m.ET (22.30Uhr) mit dem Aufeinandertreffen der Jets und der Bengals. Das „Vorspiel“ letzte Woche haben die Jets mit 37-0 für sich entschieden, allerdings ging es für die Bengals um nichts mehr und das haben sie sich auch anmerken lassen. Das muß zwar nichts heißen, aber erschreckend war ihr Auftreten allemal.

Cincinnati hat völlig überraschend die AFC North gewonnen und dabei die Pittsburgh Steelers und die Baltimore Ravens hinter sich gelassen. Und sie haben das in klassischer AFC-North-Manier vollbracht: beinharte Verteidigung und lauforientierte, clock-eating Offense. Defensive Coordinator Mike Zimmer hat aus den mittelmäßigen Verteidigern eine der besten Abwehrreihen der Liga zusammengeschustert. Herausragend: Defensive Tackle Domata Peko,das Linebacking Corps mit Dhani Jones, rookie Ray Maualuga und sophmore Keith Rivers sowie das wohl beste Cornerback Tandem der Liga mit Leon Hall und Jonathan Joseph. Allerdings ist Peko leicht angeschlagen und Maualuga hat sich vor zwei Wochen den Knöchel gebrochen. Gegen die limitierte Offense der Jets sollte die Bengals-D trotzdem sehr gut aussehen. Im Angriff haben die Jets nämlich nur das Laufspiel. Zugegeben: das beste Laufspiel der Liga, aber das macht sie berechenbar. Über ein Paßspiel verfügen die Jets nur theoretisch. Zwar haben die New Yorker eine großartige O-Line, aber dahinter steht Rookie-QB Mark Sanchez. Die Sanchize hat die gesamter Saison über gespielt, wie ein mittelmäßiger Rookie-QB für gewöhnlich spielt. Mal schlecht, mal gut, mal furchtbar. Die Konstanz fehlt völlig und ein Spiel in seine Hände nehmen und gewinnen gehört noch nicht zu seinem Repertoire. Gute WR sind bei den Jets auch Fehlanzeige. Also Laufen, Laufen, Laufen und ab und zu mal Wildcat-Quarterback Brad Smith ein Play machen lassen.

Andersum, also Offense der Bengals gegen die Verteidigung der Jets, siehts genauso aus. Die Jets-D ist die beste der Liga. In den letzten sechs Spielen haben sie nur 47 Punkte zugelassen (7,8 pro Spiel). Herausragend hier Cornerback Darrelle Revis, der einer der aussichtsreichsten Kandidaten auf den Defensive Player of the Year Award ist und MLB Bart Scott, Herz und Seele der Defense. Scott kam, ebenso wie der gute Safety Jim Leonhard, zusammen mit dem neuen Head Coach Rex Ryan vor der Saison aus Baltimore. Ryan hat eine sehr aggressive und kreative Verteidigung installiert, die sehr viele Blitze und Druck auf den gegnerischen Quarterback bringt und auch gegen den Lauf sehr diszipliniert ist. Das ist die beste Defense, die den Bengals in dieser Saison gegenübersteht. Ja, besser als Pittsburgh und Baltimore. Und in den vier Spielen gegen diese beiden Mannschaften haben die Bengals auch nur 23, 17, 17 und 18 Punkte gemacht. Sieht also düster aus für Cincy. WR Chad Ochocinco wird vom schon angesprochenen CB Darrelle Revis aus dem Spiel genommen und mit ihren Laufspiel werden die Tiger nicht weit kommen. Dazu kommt noch, daß die Bengals derzeit alles andere als heiß sind. Den letzten Sieg gegen ein gutes Team gabs in Woche 10: 18-12 gegen Pittsburgh. Danach nur noch Erfolge über die Krücken Oakland, Cleveland, Detroit und Kansas City. Die J-E-T-S können dann nächste Woche nach Indy fliegen. Prognose: Jets 17, Bengals 6.

Nach diesem Spiel gehts um 8p.m. (02.00Uhr) nach Dallas, wo die Philadelphia Eagles sich für die 0-24-Klatsche von letzter Woche revanchieren wollen. Die Cowboys (11-5) haben NFC East durch zwei direkt gewonnen Vergleiche gegen die Eagles (ebenfalls 11-5) gewonnen, 20-16 in Woche 9 und 24-0 letzte Woche. Überraschend an beiden Erfolgen war vor allem die Verteidigung der `Boys. Philadelphia hat in dieser Saison nur dreimal weniger als 22 Punkte erzielt – zweimal davon gegen Dallas. Dallas lebt von seiner starken Front Seven um Nose Tackle Jay Ratliff, der permament Double Teams auf sich zieht, und den beiden OLB und hervorragenden Pass Rushers DeMarcus Ware und Anthony Spencer. Dahinter wirds allerdings dünn und genau das ist die große Chance für die vielen explosiven Playmaker der Eagles. Head Coach Andy Reid wird sich einiges einfallen lassen, um WR DeSean Jackson – neben Titans RB Chris Johnson der aufregendste Spieler der Liga -, rookie WR Jeremy Maclin, TE Brent Celek und die RBs Brian Westbrook und LeSean McCoy spektakulär in Big-Play-Situationen zu bringen. Philadelphia wird wieder so aussehen, wie sie gegen (fast) alle anderen Gegner diese Saison auch ausgesehen haben: explosiv und unberechenbar.

Die große Chance der Cowboys ist das große Loch in der Mitte der Eagles Abwehr. Das Linebacking Corps ist durch zahlreiche Verletzung stark dezimiert und die Safeties sind eher Risikos. Da sollte es wieder viel Platz geben für TE Jason Witten und WR Miles Austin. Allerdings: nach Witten und Austin kommt auch nicht mehr viel. QB Tony Romo spielt zwar sehr solide und macht nur noch sehr wenige kostspielige Fehler, aber die O-Line ist nicht besonders stark und das Laufspiel um Marion Barber, Felix Jones und Tashard Choice sieht auf dem Papier auch besser aus, als es tatsächlich ist.

Wir erwarten ein klassisches Playoff Spiel zwischen zwei ausgeglichenen Mannschaften. Solche Spiele werden entschieden durch 1) Turnovers, 2) Penalties, 3) Special Teams Play und 4) Big Plays. Wer gewinnt? 1) unentschieden. 2) Philly. 3) Philly. 4) Philly. Wie konnten die Eagles die ersten beiden Spiel nur verlieren?!? Fly Eagles, Fly! 34-24 Philly.