Wir haben jetzt noch acht Mannschaften, die um die zwei Plätze im Super Bowl kämpfen. Die Sieger vom letzen Wochenende – Baltimore, New York Jets, Arizona und Dallas – treffen nun auf die vier besten Mannschaften der Regular Season – Indianapolis, San Diego, New Orleans und Minnesota.

Los gehts heute um 4.30p.m.ET (22.30Uhr) mit dem Aufeinandertreffen von zwei der besten pass-happy Teams der letzten Jahre, wenn die Arizona Cardinals (11-6) die New Orleans Saints (13-3)besuchen. Arizonas Offense um QB Kurt Warner und sein starkes von Larry Fitzgerald angeführtes Receiving-Corps haben letzte Woche in einem spektakulären Playoff-Spielen die Green Bay Packers mit 51-45 in Overtime geschlagen. Warner hat dabei eine der besten Leistungen aller Zeiten gezeigt: 29 von 33 für 379 yards, 5 TDs und 0 INTs. Mehr Touchdowns als Incompletions. Und das gegen die statistisch gesehen zweitbeste Defense der Liga. Schade für Green Bay und besonders für QB Aaron Rodgers, der im ersten Playoff-Spiel der Post-Favre-Ära mit 422 erworfenen Yards einen neuen Packers Rekord aufgestellt hat. Wenn der Angriff der Cards auch nur annähernd so gut läuft wie letzte Woche – und vor allem Kurt Warners Geschichte spricht dafür -, werden die Saints furchtbar unter die Räder geraten. Deren Defense ist deutlich schlechter als die Green Bays.

Die Saints ihrerseits sind so ungefähr das kälteste Team, das noch dabei ist. Die letzten drei Spiele haben sie verloren; ihr letztes richtig gutes Spiel haben sie Ende November gemacht, in Woche 11 (!) gegen die Patriots (38-17). Seitdem: ein unverdienter Sieg gegen Washington (33-30 in OT), ein knapper Sieg (26-23) gegen Atlanta, deren halbe Mannschaft verletzt war; und zum Saisonabschluß drei Schlappen gegen Dallas, Tampa Bay (!) und Carolina. Offense stottert, Defense ist furchtbar, gerade gegen den Paß. In den angesprochenen Spielen haben so unterdurchnschnittliche Quarterbacks die Washingtons Jason Campbell (367 Yards, 3TDs), Atlantas Backup Chris Redman (303 Yards, 1TD), Tampas Rookie Josh Freeman (271 Yards) ausgesehen wie kleine Marinos; während ein guter QB wie Tony Romo ganz locker 312 yards und einen Touchdown abreißt. Und jetzt kommt einer der besten Playoff-QBs aller Zeiten. 56-30 Cards.

Im Anschluß, um 8p.m. (02.ooUhr), spielt der beste Quarterback – zumindest dieser Saison – sein erstes Playoff-Spiel der Saison 2009. Indianapolis Colts (14-2) gegen die Baltimore Ravens (10-7). Es sieht gar nicht so schlimm aus für die Ravens, wie es auf den ersten Blick scheint. Es setzte in der Regular Season zwar 7 Niederlagen, aber sechsmal gegen Mannschaften, welche die Playoffs erreicht haben und die siebte gegen den amtierenden Champion Pittsburgh Steelers. Und der Erfolg über die Patriots letzte Woche in der Wild-Card-Runde war ganz stark und könnte gleichzeitig eine Blaupause für einen Sieg gegen Indy gewesen sein.

Mit der aggressiven Defense sofort und ständig Druck auf den Quarterback machen und Ballverluste forcieren. So hat es teilweise auch in Woche 11 geklappt, als Baltimore nur mit 15-17 den Colts unterlag, obwohl Peyton Manning zwei INTs warf. In diesem Spiel haben die Ravens komischerweise öfter geworfen, als gelaufen. Dabei ist die körperlich ziemlich kleine D-Line der Colts geradezu danach schreit, mit Laufspielzügen angegriffen zu werden und die DEs Dwight Freeney und Robert Mathis darum betteln, mit full speed Jagd auf den gegnerischen Quarterback zu machen. Also, liebe Ravens, macht es so wie letzte Woche: Laufen, Laufen und Laufen. Was zusätzlich noch den Vorteil, Peyton nutzlos an der Seitenlinie rumstehen zu lassen. Keep away spielen ist sowieso immer die beste Idee gegen The Sheriff.

Zu Indy kam man gar nicht viel sagen. Der Angriff läuft in der Regel mechanisch wie ein Uhrwerk – wegen Peyton. Laufspiel gibts nicht. Das geht meistens ganz gut und hält die Colts bis kurz vor Schluß im Spiel und dann kommt The Sheriff und gewinnt das Spiel. In dieser Saison schon fünf 4th-quarter-comeback-wins.

Ich glaub nicht an die Colts in den Playoffs. Die Colts sind nicht so gut, wie ihr 14-0-Start suggeriert. Da lief alles in die richtige Richtung und einiges Glück war auch dabei – Pech dagegen gar nicht. Dazu kommt noch,daß ihr letztes „richtiges“ Spiel am 20. Dezember stattfand. Jaja, ich glaub ja auch, daß es Gold wert ist, seine angeschlagenen Spieler, die schon 14 Spiele in den Knochen haben, vier Wochen lang zu schonen. Auf der anderen Seite glaube ich, daß es viel besser ist das ganze Jahr über am Limit spielen zu müssen und schon im November an der Klippe und unter Druck zu spielen. Die Colts sind 0-3 in Divisional Playoffs Spielen, wenn sie am Wild-Card-Weekend frei hatten. Ravens.