Vorletzte Runde, noch vier Mannschaften dabei. Im ersten Spiel am Sonntag um 3p.m.ET (21.00Uhr) wird der Champion der AFC zwischen den Indianapolis Colts (15-2) und den New York Jets (11-7) ermittelt. Im Anschluß spielen die New Orleans Saints (14-3) und die Minnesota Vikings (13-4) um die Krone der NFC.

Die New Yorker Mannschaft ist mit Ach und Krach gerade noch so als an 5 gesetztes Wild-Card-Team in die Playoffs gerutscht und hat auswärts in der ersten Runde, getragen von der starken Verteidigung, mit 24-14 gewonnen. Diese Verteidigung war auch der Grundstein für die meisten anderen Siege, denn der junge Quarterback im Angriff spielt unkonstant – mal durchschnittlich, mal ganz fürchterlich – und hat in der Regular Season 20 Interceptions geworfen. Die O-Line spielt dafür überragend und schafft viel Platz für eines der besten Running Games der Liga. In der Divisional Round gewinnen sie auswärts völlig überraschend gegen einen Divisionssieger, der in der Regular Season 13 Spiele gewonnen hat. Jetzt stehen sie im Championship Game und alle Welt erwartet, daß der gegnerische Quarterback – jetzt schon Hall-of-Famer – die starke Defense auseinander nehmen wird.

Von wem reden wir? Richtig: den New York Giants der Saison 2007. Der Erfolg der Jets hat einen zum verwechseln ähnlichen Vorgänger. Und einen sehr erfolgreichen dazu. Wir erinnern uns: nachdem sie in der Wild-Card-Runde in Tampa gewonnen haben und danach in Dallas die an 1 gesetzten Cowboys geschlagen hatten, kam es zum Showdown mit Brett Favre in der Frozen Tundra, einem der kältesten Spiele der NFL-Geschichte. Die Giants gewinnen in Overtime und stehen im Super Bowl. Dort treffen sie auf die 18-0-Patriots und zeigen eine der stärksten Verteidigungsleistungen, die jemals auf einem Footballplatz stattgefunden haben. Der junge, unerfahrene QB mit 20 Interceptions war Eli Manning und hat gezeigt, daß es keinen Brady oder Elway braucht, um den Super Bowl zu gewinnen.

Die Jets der Saison 2009 haben eine ebenso starke, wenn nicht gar bessere Defense als diese Giants. Ihre Offensive Line und ihr Laufspiel sind herausragend. Beste Voraussetzungen, um Manning und die kleine Colts-D rundzumachen. Die Jets sollten in der Lage sein, ihre beiden Running Backs Thomas Jones und Shonn Green erfolgreich in Szene zu setzen, weil die Indys Verteidiger zwar schnell, aber nicht besonders groß und kräftig sind – im Gegensatz zu den fünf großen Kerlen in der O-Line der Jets. Solange New York keinem großen Rückstand hinterlaufen muß, wird es für Indy sehr schwierig werden, das Ground Game zu stoppen.

Für den Angriff der Colts wird entscheidend sein, ob TE Dallas Clark eingebunden werden kann. Reggie Wayne wird vom besten Verteidiger der Welt, CB Darrelle Revis, höchstwahrscheinlich aus dem Spiel genommen werden. Laufen wird auch nicht klappen gegen die super aggressive Defense, die von Rex Ryan in den letzten Wochen immer perfekt durchgeplant wurde. Einzige Chance für die Colts ist eine Performance von Peyton Manning, wie er sie in den Playoffs nur im AFC Championship Game 2006 gezeigt hat. Der Saison, in der er seinen bisher einzigen Ring gewann.

Wir glauben an die Jets: zu aggressiv, zu hungrig, zu selbstbewußt als daß wir gegen sie wetten würden.

Wie schon angesprochen haben die 2007 Giants der Karriere von Brett Favre bei den Green Bay Packers ein Ende gesetzt. Jetzt steht Brett Favre wieder im NFC Championship Game, diesesmal mit Minnesota gegen die New Orleans Saints. Blöd nur, daß das Spiel im Louisana Superdome stattfindet. Hier hat zwar Favre anno 1997 seinen bisher einzigen Super Bowl gewonnen. Die Vikes haben aber in dieser Saison nur vier ihrer acht Auswärtsspiele gewinnen können, während sie in neun Versuchen in ihrem Humphrey Dome nicht ein Spiel verloren. Der Superdome der Saints ist eine der lautesten Hallen überhaupt. Und die verrückten Fans werden ihre Mannschaft direkt in ihren allerersten Super Bowl schreien wollen.

Minnesota hat in der letzten Runde recht beeindruckend die Dallas Cowboys aus dem Rennen geworfen. Bei all dem Hype um Brett Favres vier Touchdowns scheint dabei untergegangen zu sein, daß er außer diesen vier TDs nur elf weitere Pässe an den Mann brachte. Der Matchwinner war die Defensive Line der Vikings. Diese Jungs sollten auch Drew Brees und seinen Beschützer enorme Schwierigkeiten bereiten. Wenn die Vikes so spielen wie letzte Woche gegen Dallas, wird Brees sein gefährliches Paßspiel nicht aufziehen können.

Auf der anderen Seite ist die Defense der Saints besonders gegen den Lauf schwach. Also Brett Favre: gib einfach Adrian Peterson den Ball! Dann kann gar nichts schiefgehen. Und du, Peterson, solltest dann aber auch mal wieder was zeigen. Wir wissen alle, daß du es draufhast. Aber das letzte 100-Yard-Spiel? Vor mehr als zwei Monaten. Am 15. November!

Peterson wird die Minnesota Favreings in den Super Bowl tragen.