Wir haben sie, die beiden Super Bowl Mannschaften. Getragen von einer unglaublichen Leistung von Peyton Manning haben die Indianapolis Colts die New York Jets ausgeschaltet, 30-17. In einem ganz schlechten Spiel geprägt von vielen Ballverlusten, komischen Strafen und zahlreichen Mental Mistakes haben die New Orleans Saints völlig unverdient gegen die Minnesota Vikings gewonnen – 31-28 in Overtime.

Und dann war er doch wieder da. Der alte Brett Favre. So, wie wir ihn seit 1996 kennen. In jeder Saison der vergangenen 13 Jahre hat Brett Favre früher oder später die unglaublichsten Fehler gemacht – und das ganze Team mußte dafür bluten. (Nochmal der Hinweis auf den hervorragenden Artikel bei CHFF: A complete guide to Favre´s 21st century disasters.) Und dir, lieber Brad Childress, haben wir auch oft genug gesagt, daß Arroganz bestraft wird. Und jetzt eben ausgerechnet im Championship Game gegen die New Orleans Saints.

Minnesota hat New Orleans an die Wand gespielt. Perfekter Game Plan von Childress. Die Saints waren chancenlos. 1st Downs: Vikes 31, Saints 15. Total Yards: Vikes 475, Saints 257. Rushing Yards: Vikes 165, Saints 68. 3rd Downs: Vikes 7 von 12; Saints: 3 von 12; Ballbesitz: Vikes 36:49min; Saints: 27:56min. Brett Favre, 40 Jahre alt, mit mehr eingesteckten Hits als Lebensjahren: 28/46 für 310 Yards; Drew Brees, in der Blüte seine Lebens und angeblich der aufregendste QB dieser Saison: 17 von 31 für 197 Yards. Wie um alles in der Welt konnte Minnesota dieses Spiel nur verlieren? Antwort: Turnovers. Sechs fumbles (Adrian Peterson 3, Bernard Berrian 1, Darius Reynaud 1, Percy Harvin 1) plus zwei Interceptions von Brett Favre.

Die Saints hatten im vierten Viertel nicht einen einzigen First Down – aber Minnesota drei Ballverluste. Im ersten Drive des letzten Viertels fumblet Offensive Rookie of the Year Percy Harvin und New Orleans kriegt den Ball an Minnys 7-Yard-Linie. TD Saints. Im nächsten Drive fumblet WR Bernard Berrian in der Red Zone der Saints. Mit ihrem dritten Drive schaffen die Vikes den Ausgleich, 28-28. Anschließend halten sie New Orleans wieder ohne 1st Down. Minnesota kriegt den Ball mit 2:37 Minuten zu spielen kommen bis an die gegnerische 38-Yard-Linie und dann macht Favre, was er auch in seinem letzten NFC Championship Game gemacht hat: er wirft eine JaMarcuss Russelesque Interception, anstatt fünf Yards nach vorne zu fallen und Kicker Ryan Longwell die Chance zu geben, das Spiel zu gewinnen. Vorher allerdings, gabs eine der dümmsten Strafen, die man je in einem Championship Game gesehen hat: beim 3rd-&-10 an der NO 33 sind plötzlich 12 Mann im Huddle – 5-Yard-Penalty. Von da aus hätte Longwell durchaus schießen können und Favre hätte diesen komischen Paß gar nicht erst versuchen müssen.

In der Verlängerung kriegt NO zuerst den Ball und mit der Hilfe von 3 teils fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen kommen sie bis an die 22-Yard-Linie von wo aus Kickers Garret Hartley das siegbringende 40-Yard-FG schickt. Unfaßbar wie man einen Platz im Super Bowl so leichtfertig wegwerfen kann. Die Saints nehmen ihnen gerne.

Im AFC Championship Game gegen die New York Jets haben Peyton Manning und seine Colts gezeigt, wie man spielt, wenn man mit aller Macht in den Super Bowl will. Gegen die beste Defense der Liga, welche die gesamte Saison über nur 8 Touchdown-Pässe zugelassen hat bei einer Completion Rate der gegnerischen Quarterbacks von 51,7% und nur 5,4 Yards pro Paßversuch zuließ, machte Manning das wohl zweitbeste Playoff Spiel seiner Karriers. (Nach dem 2006 AFC Championship Game gegen die New England Patriots). Seine Zahlen: 26 von 39 für 377 Yards (9,7 Yds/Att), 3TDs, 0 Ints. Große Hilfen waren ihm dabei Rookie WR Austin Collie (4th-round-pick) und Sophmore WR (6th-rd-pick) Pierre Garcon, die zusammen 18 Bälle für 273 Yards fingen. Die Jets haben, wie vorausgesagt, WR Reggie Wayne und TE Dallas Clark weitesgehend aus dem Spiel genommen – nur 3 bzw. 4 Catches. Aber da kommen einfach zwei blutjunge Typen und spielen, als hätten sie nie etwas anderes gemacht als die besten Verteidigungen in Championship Games auseinanderzunehmen. Nicht vergessen darf man bei alledem, daß der ursprünglich als No.2 Wideout neben Wayne eingeplante Anthony Gonzales schon die ganze Saison lang verletzt ist. Wo soll das denn noch hinführen?

Rex Ryans Defense hat an diesem Sonntag in Manning seinen Meister gefunden. Im Angriff haben die Jets ganz gut gespielt. Mark Sanchez wird ihnen noch viel Freude machen. Ärgerlich, daß RB Shonn Greene und CB Donald Strickland ausgefallen sind. Die Jets sind auch eine durch und durch gute Mannschaft und werden nächstes Jahr sicher noch stärker zurückkommen, aber für einen Sieg gegen das beste Team der NFL hat es am Sonntag nicht gereicht.