Nach dem wilden hin-und-her-getrade in der NBA gibt es nun auch erste Bewegungen in der NFL. Größtes Thema der vergangen Woche waren die franchise tags, die verteilt werden durften. Hauptattraktion dabei waren die großen Jungs der Verteidigungslinien. Es wurden getagged: New Englands Vince Wilfork, San Franciscos Aubrayo Franklin, Oaklands Richard Seymour und Green Bays Ryan Pickett. Die beiden einzigen anderen Spieler, die getagged wurden, sind die Kicker Jeff Reed (Pittsburgh) und Olindo Mare (Seattle).

Kein tag bekam dagegen Pittsburghs dicker Nose Tackle Casey Hampton. Stattdessen gabs einen lukrativen 3-Jahres-Vertrag für den 36 Jahre alten Veteranen. Hampton, Wilfork, Franklin und Pickett – starke Nose Tackles sind in Zeiten sich immer weiter ausbreitenden 3-4-defenses die gefragtesten Spieler auf dem Markt.

Ebenfalls kein franchise tag bekamen Indys Linebacker Gary Brackett, New Orleans´ Safety Darren Sharper, Dallas´ große WR-Entdeckung Miles Austin und Houstons Cornerback Dunta Robinson. Brackett wird wahrscheinlich einen neuen Deal mit den Colts unterzeichnen. Sharper mit seinen 34 Jahren wäre gerne getagged worden, denn als Free Agent wird er nicht die 7,5 Millionen Dollar kriegen, die er mit franchise tag bekäme. Austin hat von den Cowboys nur ein 1-Jahres-Angebot als Restricted Free Agent gekriegt; das heißt er bekäme 3,2 Millionen Dollar, wenn er das Angebot annimmt. Andere Teams könnten ihm ein höheres Angebot machen (welches die Cowboys matchen können), müßten im Gegenzug aber einen 1st- und einen 3-rd-pick abgeben. Dunta Robinson ist den Texans einfach zu teuer, sollte aber auf dem dünnen Cornerback Markt einen guten Vertrag, wo auch immer, abgreifen können.

Das wildeste Gerücht war mal wieder die Überlegung, Oaklands CB Nnamdi Asomugah zu den Jets zu traden, wo er zusammen mit Darrelle Revis das wohl beste CB-Duo aller Zeiten bilden würde.

Michael Vick dagegen wird mit größter Sicherheit noch verschifft. Die Frage ist nur: wohin?

Zwei der besten Running Backs des letzten Jahrzehnts wurden nach vielen erfolgreichen Jahren von ihren Teams entlassen – LaDanian Tomlinson von den Chargers und Brian Westbrook von den Eagles. Was die Entlassung Westbrooks für die Eagles bedeutet und ob der verletzungsanfällige Altstar ein Risiko für seine neuen potentiellen Arbeitgeber sein könnte, sind die beiden meistdiskutierten Themen. Bei Tomlinson gehts nur noch darum, wer sich denn seiner erbarmen wird. In den letzten vier Spielzeiten gings mit seiner Leistung stetig und steil bergab, von 5,2 yards per carry, über 4,7ypc und 3,8ypc bis zu den ganz schwachen 3,3ypc in der abgelaufenen Saison – seiner ersten mit weniger als 1000 rushing yards (730 bei 223 Versuchen in 14 Spielen). Aber er hat den Spaß noch nicht verloren und uns den großartigen LT Slide Electric Glide hinterlassen.

Die Chargers haben sich auch entschieden, ihren zweiten RB, den kleinen speedster Darren Sproles, als Unrestricted Free Agent in die Offseason gehen zu lassen. Jetzt dreht sich in San Diego alles um die Frage, wer LT – und vielleicht auch noch Sproles, sollte er keinen neuen Vertrag kriegen – ersetzen soll. Möglichkeiten werden bei ESPN.com diskutiert. Alle anderen UFAs gibts in einer schönen Übersicht hier. Ab 5. März gehts dann auch richtig rund mit dem Beginn der offiziellen Free Agency, bis dahin noch viel Spaß beim spekulieren und rätseln der vielen Obs, Wenns, Könnte und Falls.