Eins vorweg: der Super Bowl 2014 (SB XLVIII) wird in New York gespielt! Das ist das Ergebnis der umkämpften Abstimmung unter den Besitzern der Teams am Dienstag. Damit wird erstmals ein Super Bowl da gespielt, wo er hingehört: in Kälte, Sturm, Schnee und Eis. Yeah! Dazu in den nächsten Tagen mehr.

American Needle: Das war die große Sache in den letzten Tagen. Eine komplizierte Sache; Wettbewerbs- und Kartellrecht. American Needle ist ein kleiner Hersteller von Caps und Mützen und wollte das Label „NFL“ auf seine Produkte sticken, aber die NFL wollte die Rechte nicht verkaufen und konnte es auch nicht. Denn die NFL hat einen Exklusivvertrag mit Reebok. Die Frage, die daraufhin vor Gericht kam, war, ob die NFL ein Unternehmen ist oder 32 verschiedene Unternehmen, die einzelnen Mannschaften. Die unteren Gerichte entschieden, daß im Fall American Needle kein Verstoß gegen das Kartellrecht vorlag. Zwar haben 32 Unternehmen, die Vereine, Preisabsprachen gemacht, aber, weil die NFL ja irgendwie doch ein Unternehmen ist, gewährte man der NFL eine Ausnahme. Nun war das der NFL nicht genug und sie brachte, obwohl siegreich, den Fall vor den Supreme Court, um für sich eine generelle Ausnahme vom Kartellrecht herauszuschlagen. Der Supreme Court hat das aber mit 9 zu 0 Stimmen zurückgewiesen. (Die ganze lange, lange Geschichte haben Mike Kurtz und Tom Gower umfassend bei Football Outsiders präsentiert.)

West face of the United States Supreme Court b...

US Supreme Court

So. Und nu? Was heißt das jetzt für die NFL? Weiß erstmal keiner so genau. Die Spielergewerkschaft NFLPA feiert die Entscheidung als Sieg. ESPN´s John Clayton und Lester Munson sehen das auch so, Yahoo´s Doug Farrar ebenso. Realiter wird die Verhandlungsmacht der Spieler im Kampf um ein neues Collective Bargaining Agreement (CBA) nicht gestärkt, aber eine gegenteilige Entscheidung des Supreme Courts hätte ihre Position erheblich geschwächt. Der immer lesenswerte Gregg Easterbrook zieht die NFL der Überheblichkeit und Hybris und rät dazu, davon runterzukommen, denn das die NFL die erfolgreichste Sportliga der USA ist und bleibt, ist kein Naturgesetz.

Und wo wir schonmal bei komplizierten Gesetzen sind, kommen wir mal wieder zum Holdout von Tennessee Titans RB Chris Johnson, dem 2000-Yard-Mann. CJ2K will einen neuen Vertrag, weil er seinen Rookievertrag deutlich outperformed hat. Stolperstein in den Vertragsverhandlung: die ominöse 30-percent-rule. Wir haben hier schonmal die ganze Problematik erklärt und auch auf 49ers Linebacker Patrick Willis verwiesen, der in der gleichen Situation war und, wie Andrew Brandt hier aufgezeigt hat, trotzdem seinen Vertrag zu verbesserten Bezügen verlängern konnte. Bei den Football Outsiders dröselt J.I. Halsell das ganze nochmal schön auf und zeigt auch beispielhaft, wie eine Vertragsverlängerung für Johnson aussehen könnte.

Jetzt zum sportlichen.

Es gibt Hoffnung in Detroit. Ein aufstrebender QB in seinem zweiten Jahr at the helm, Matt Stafford, einer der besten WR der NFL in Calvin Johnson, ein 1st-rounder als neuen Running Back in Jahvid Best und mit Tony Scheffler einen zweiten großen und starken Tight End neben dem letztjährigen 1st-round pick Brandon Pettigrew – das hat Bon Wojnowski von The Detroit News schon ganz richtig erkannt. Nur ist das größte Problem immer noch die Defense. Die wichtigste Verstärkung hier sollte Rookie DT Ndamukong Suh sein, den die Lions an zweiter Position gedraftet haben, letzte Woche war er bei NFL Network zu Gast.

Im Kampf um die Vertretung von Ben Roethlisberger, der die ersten vier bis sechs Spiele der nächsten Saison gesperrt ist, geht bei den Steelers und Head Coach Mike Tomlin Byron Leftwich vor Dennis Dixon und Charlie Batch als Führender ins Rennen. Leftwich kam von den Tampa Bay Buccaneers, nachdem er 2008 als Big Bens backup bei den Steelers verbracht hat. Seine ersten vier Profijahre spielte er bei den Jacksonville Jaguars, die ihn 2004 in der ersten Runde an Position 7 gedraftet haben. Dort konnte er die Hoffnungen, die in einen first-round-QB gesetzt werden, nicht erfüllen und hat seinen starting job 2007 an David Garrard verloren. Dixon wurden 2008 in der fünften Runde von Pittsburgh gedraftet. Letztes Jahr hat er in Woche 12 den verletzten Roethlisberger als Starter ersetzt und die Steelers im Sunday Night Game gegen die Ravens fast zum Sieg geführt. Der 35 Jahre alte Batch hat wohl nur Außenseiterchancen. 1998 in der zweiten Runden von den Lions gedraftet, war er in seinen vier Jahren in Detroit allenfalls ein mäßiger QB. 2002 wechselte er zu den Steelers und kam nie über den Status als 2nd- oder 3rd-stringer hinaus.

In seiner lesenswerten Reihe taktischer Grundlagen, die wir hier letzte Woche schon empfohlen haben, befaßt sich NFP´s Matt Bowen diesemal mit dem Zone Blitz und Tampa 2 Beaters, also Spielzügen, mit denen man eine Tampa-2-D auseinandernehmen kann.

Ach ja, fast vergessen, weil es uns nicht wirklich interessiert: der letztjährige QB-1 der Minnesota Vikings wurde operiert und könnte bald wohl wieder Sport machen.

Der letztjährige QB-1 der Oakland Raiders, Pummelchen JaMarcus Russell, wird es schwer haben, überhaupt nochmal eine Anstellung im Sportbereich zu bekommen. Den klugen Leuten von Cold Hard Football Facts ist aber was ganz interessantes aufgefallen. An 1 gedraftete Quarterbacks: was sagen die die ersten drei Profijahre über den weiteren Verlauf der Karriere aus? An den Beispielen Troy Aikman und Jeff George.

Derweil war Wes Welker auf ´ner ziemlich coolen Party und Tony Romo – sehr erfolgreich – beim Golf.

Reblog this post [with Zemanta]